Trainingstagebuch

Tagtraumläufe

Trail hinauf zum Zas auf der Insel Naxos in Griechenland

Neulich fand ich beim Aufräumen einen Zettel, auf dem ich rund um den Jahreswechsel mögliche Wettkämpfe für 2021 aufgelistet hatte. Dabei war ich durchaus ambitioniert; im Mai wäre es z. B. idealerweise nach Innsbruck zum K110 gegangen. Die Liste ist mittlerweile natürlich völlig überholt. Um es mit Mike Tyson zu sagen: „Jeder hat einen Plan, bis er ins Gesicht geschlagen wird.“

Dieser Beitrag soll die vergangenen Wochen nur kurz rekapitulieren, liefen sie doch durchwachsen. Hier sind erst einmal die blanken Zahlen:

KWLäufeDistanzDauer
05676,81 Km7h 5min *
066104,96 Km9h 37min
077134,96 Km12h 12min
087104,62 Km9h 27min
097123,04 Km11h 10min
107134,51 Km12h 25min
117139,88 Km12h 51min
127102,49 Km9h 14min

* In KW 5 kamen rund zwei Stunden auf der Rolle hinzu, in denen ich 50 Kilometer abspulte. Die entspannteren Wochen haben sich zuletzt also bei so neun Trainingsstunden eingependelt; eingestreut habe ich sie nach Bedarf.

Grundsätzlich positiv hervorzuheben ist, dass ich mein Training ohne größere Unterbrechungen durchziehen konnte; allerdings unstrukturierter als erwartet bzw. erhofft.. Zwar suche ich die „Schuld“ für so etwas immer erstmal bei mir selbst. Aber zwei externe Gründe hatten sicherlich ihren Anteil …

Flockdown Focus

Zunächst brach im Februar abrupt der Winter über uns hinein. Einige Tage pausierte ich daher komplett. Meine Streak endete bei so ca. 80 Tagen. Sei’s drum. Während des Sturms war an Laufen wirklich nicht zu denken und genau für solche Situationen hatte ich mir bereits im vorherigen Winter die Rolle angeschafft. Etwas nervig, sollte es bestimmt noch zwei Wochen dauern, bis die Untergründe nicht mehr vereist oder seifig waren. Dadurch gestalteten sich die Läufe kraftraubender und einen besonders tückischen Lauf schloss ich ziemlich lädiert ab. So hatte ich zunächst Probleme mit dem linken Knöchel, anschließend plagte mich die Muskulatur in den Oberschenkel. Hinzu kam, dass ich arbeitstechnisch zeitmäßig stark eingespannt war und daher einfach nur versuchte, auf mindestens 100 Wochenkilometer zu kommen. Das scheint mir derzeit eine gute Grundlinie zu sein. Im Januar hatte ich viele Kilometer gesammelt und eine gute Basis geschaffen. Den Februar im größeren Kontext der vergangenen Monate betrachtet, war das vielleicht eine ganz hilfreiche Entlastungsphase. Hier und da deutet sich nun auch an, dass mir z. B. Tempoläufe leichter fallen.

Absagen und Orientierung

Was mir jedoch schwer fällt, ist mich ständig neu orientieren. Alle drei Wettkämpfe, die ich für den März auf dem Zettel hatte, wurden nach und nach abgesagt. Nun folgen April und Mai. Wie realistisch sind da Wettkämpfe im Sommer? Bevor der Beitrag noch in all zu viel Gejammer ausartet, richte ich den Blick nach vorn. Mein Anspruch für das restliche Jahr: weitere Basisarbeit; Grundfitness ausbauen; die Qualifikationswerte für den Spartathlon in Schlagdistanz halten, um im kommenden Jahr einen der erforderten Nachweise zu erlaufen. Zumindest will ich die entsprechenden Werte als Gradmesser nutzen. Meine Überlegungen für den Sommer sehen eine Teilnahme an einem 24-Stundenlauf vor. Davon sind mehrere im Juni angesetzt, somit Optionen bei Absagen vorhanden. Zehn bis zwölf Wochen Vorbereitung verbleiben noch.

Empfehlungsecke

Zwei Programmhinweise, die dem Motto des Beitrags Rechnung tragen:

  1. Anfang Februar war Lars Schweizer im Fatboysrun-Podcast zu Gast und sprach über seine Vorbereitung auf die TorTour de Ruhr – das sind 230 Kilometer durchs Ruhrgebiet. Obwohl die TTdR heuer nicht stattfindet, ist die Podcastfolge allemal hörenswert, einfach um Lars‘ Herangehensweise an ein solches Event nachzuvollziehen. Ab einer bestimmten Distanz bzw. Dauer ist man ja zwangsläufig aufs Ausprobieren beschränkt. Aus zwei DNFs in den vergangenen Jahren hatte Lars da einige hilfreiche Tipps. Und ist allgemein ein sehr sympathischer und kenntnisreicher Typ, dem ich gern zugehört habe.
  2. Ebenfalls sehr sympathisch kam Sean Conway daher, den mir neulich der YouTube-Algorithmus auftischte. Im Januar setzte sich Conway die Herausforderung, im Januar 496 Kilometer zu laufen, beginnend mit einem Kilometer am 1.1. und einer Steigerung um einen Kilometer jeden Tag. Eine simple, aber ganz sich nicht einfache Challenge; sehr schön festgehalten im Video:

Das Beitragsbild stammt von Andrea Kirby und wird verwendet unter [CC-BY-NC 2.0].

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